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Wild Wachsendes

Über eine Ziegenfarm führt der Weg vom kleinen Dorf Femés hinauf in die Ajaches, einen der ältesten Teile der kanarischen Inseln überhaupt. Gestein, das mit Muschelkalk versehen von schlafenden Zeiten unter der Meeresdecke zeugt. Aber auch rötliche Erde kommt hier zum Vorschein mit basaltartigen Steinformationen und ockerfarbenen Adern. Wie bunt Lanzarote doch sein kann. Und es scheint sich um eine kleine Gebirgskette zu handeln. Zwar vulkanischen Ursprungs, aber dann doch gefaltet und hoch geschoben. Krater und Lavaflüsse sind hier nicht auszumachen.

Von den Ziegen aus ist der Weg Richtung Süden gesäumt von kampfeslustigem blaugrünem Tabak, einer baumähnlichen Pflanze, ursprünglich aus Bolivien und Argentinien stammend. Erstaunt kann man feststellen, wo sich diese Pflanze überall zu verankern weiß. Die Wurzeln brechen Felsspalten auf, und die kleinen, gelben, glockenförmigen Blüten trotzen Wind und Sonne, Samen bilden sich zu Abertausenden in kleinen Kapseln. Hier haben wir es mit einem wahren Überlebensexperten zu tun, der sich nicht ansehen lässt, wie kräftig er ist. Er ist beweglich, hat seine filigranen Seiten, tanzt im Wind und braucht weder Stacheln noch Robustheit zu zeigen. 

Der Weg führt weiter bis zu einem der höchsten Punkte der Ajaches, dem Hacha Grande, auf 575 m Höhe. Nach einem kurzen, steilen letzten Abschnitt erwartet einen ein atemberaubender Ausblick in alle Richtungen. Und der Eindruck einer Insel vertieft sich. Aus dem Meer ragendes Land, begrenzt zum Wasser hin.

Welch Glück, hier sein zu dürfen.