Der August ist zu Ende und es macht sich hier etwas Herbstliches bemerkbar. Die Farben, die das Sonnenlicht malt, sind intensiver geworden. Der Himmel ist blauer und die Nächte kühler. Aber auch die Stärke der Strömungen im Meer und die Kraft der Wellen haben merklich zugenommen.
Nun gibt es auf Lanzarote noch etwas anderes, das das Ende des Sommers für uns im Süden der Insel einläutet: Das jährliche Fest im Namen der Schutzpatronin, Virgen de los Remedios, mit kleiner Wallfahrt, genannnt «Romería», durch Yaiza.
Überraschend unbekannt ist diese traditionelle, bunte Romería bei denjenigen, die von auswärts zu Besuch sind. Entsprechend sehen-, doch noch mal mehr, erlebenswert ist sie. Für und von den Menschen des Dorfes steht dieses Fest im Andenken an ihr wertvolles Erbe. Mit seiner Musik, in der Wort und Stimme weitergegeben werden. Des gemeinsamen Tanzens. Der Zusammenkunft von Jung und Alt. Der Nachbarschaften. Und ganz besonders ist es ein Fest des Dankes, ausgedrückt in Freude und Großzügigkeit.
Die Pilger wie auch die Menschen am Strassenrand, die wenigen Zuschauer, die sich hierher verliefen, vielleicht die Laufmüden, werden satt. Alle werden verköstigt, auf dem Weg und am Rande dieses. Es gibt an Armen hängende Körbchen voller Gebäck, Tabletts mit Ziegenkäse und Trockenfisch, die aus Eselswägen gezaubert werden. Stolze Frauen mit Flaschen süssen Likörs handverlesener Maulbeeren in der Hand zücken beim Anblick Probierlustiger flink Becherchen aus ihren Schürzentaschen.
Die Wallfahrt endet bei einbrechender Dunkelheit vor der Kirche am Dorfplatz. Die Jungfrau María, Remedios, steht hier im mit Lilien geschmückten, strahlend-silbrigen Gewand an der Pforte. Jonathan, der Dorfpriester, der Bürgermeister und andere Dorfautoritäten stehen mit gefalteten Händen vor ihr und nehmen die Gaben der Pilger entgegen. Wünsche und Bitten an die liebe Jungfrau schweben im Raum.